C.G. Jung
“In jeder echten Beziehung gibt es eine Konfrontation mit dem eigenen Schatten.”
Unsere Wahrnehmung der Welt, d.h. auch der Menschen in unserem Leben, wird am meisten durch unsere frühesten Lebenserfahrungen und Bindungen geprägt.
Das, was wir in unserer unbewussten Phase erleben, bestimmt noch heute unseren Selbstwert, die Art, wie wir in Beziehung gehen und wie wir mit inneren und äußeren Konflikten umgehen.
In unseren prägenden Bindungen lernen wir auch unser Konfliktverhalten. Für viele von uns ist es eine Herausforderung, Konflikte eigenverantwortlich, proaktiv und konstruktiv zu lösen.
In Konflikten sehen wir oftmals mehr eine Gefährdung als eine Vertiefung und Erneuerung der Beziehung zu uns selbst und anderen und tendieren dazu, sie entweder zu vermeiden oder so offensiv anzugehen, dass der gelingende Austausch mit dem/der Anderen nicht möglich ist.
Wenn wir in unseren frühesten Bindungserfahrungen nachhaltig verletzt oder auch traumatisiert wurden (z.B. durch emotionale Vernachlässigung, emotionale oder physische Gewalt), entwickeln wir Annahmen und Verhaltensweisen, die erklären sollen, warum uns das passiert ist (z.B. „ich bin nicht genug“) und uns davor schützen sollen, ähnlich schmerzhafte Erfahrungen erneut zu durchleben (z.B. „wenn es haarig wird, ziehe ich mich lieber zurück“). Dabei unterbrechen wir die gesunde, instinktive Beziehung zu uns, unserem Potenzial und zu Anderen.
Die Lösung besteht darin, dass wir uns den Anteilen in uns zuwenden, die im Trauma verletzt und unterdrückt wurden und somit eine innere Ganzheit schaffen, die uns erlaubt uns voll zu sehen und zu spüren und diese Qualitäten in unsere Beziehungen zu bringen.
Unsere zwischenmenschlichen Konflikte sind eine Basis, in denen wir diese Verletzungen erkennen und heilen können.